Methoden, Varianten und Routinen

Wie wird ein Spiel gelegt?

Reinhard Müller
Ein Leitfaden

Gelegte Spiele

2026 (1. Auflage)
Autor: Reinhard Müller

über 50 Routinen, Kniffe und tricktechnische Anwendungen

Seiten: 116

Verlag: Magic Factory

2.1 Ohne Ablage

Bei Hugard/Braue: „Expert Card Technique“ (Faber & Faber, London, 1954, S. 195) finde ich die Technik, die Karten zwischen die Finger zu sortieren:

Sie schieben die Karten einzeln von der linken in die rechte Hand. Dabei kommen die Karten mit den Nummern 1–13 zwischen Daumen und Zeigefinger, die mit den Nummern 14–26 zwischen Zeige- und Mittelfinger usw. Auf diese Art können Sie die Karten auch in die vier Farben sortieren!

Einfach sind meine folgenden, aus dem Hugard/Braue-Sortieren abgeleiteten Methoden:

a) Die Kreuz- und die Herzkarten schieben Sie zwischen Daumen und Zeigefinger und die Pik- und die Karokarten zwischen Mittel- und Ringfinger. Dabei achten Sie darauf, dass Sie stets die roten Karten unter und die schwarzen auf das entstehende Päckchen gleiten lassen.

b) Einführungstraining: Nehmen Sie die vier Zweier in der Folge Kreuz (oberste Karte), Herz, Pik und Karo als Päckchen bildoben in die linke Hand und schieben mit dem linken Daumen die oberste Karte, Kreuz Zwei, zwischen Ihren rechten Daumen oben und Zeige- und Mittelfinger unten. Der rechte Daumen liegt dabei auf dem vorderen, den Zuschauern zugewandten Kreuz Point der Zwei, die beiden anderen Finger direkt darunter. Nennen wir diese Lage der Karte bezüglich der Hand „innen“.

Die Herz Zwei schieben Sie auf die Kreuz Zwei und erfassen sie an ihrem inneren, Ihnen zugewandten Herz-Point und übernehmen sie rechts. Nennen wir diese Lage der Karte bezüglich der Hand „außen“.

Die Pik Zwei schieben Sie unter Kreuz Zwei und erfassen sie am vorderen Point („außen“), und die Karo-Zwei kommt unter die drei Karten rechts und Sie erfassen sie am inneren Karo-Point („innen“).

Haben Sie das ganze Spiel in der Hand, so kommen alle Kreuz Karten nach oben innen, alle Herz Karten nach oben außen, die Pik Karten nach unten innen und die Karo Karten nach unten außen.

Schließlich ziehen Sie mit ihrer linken Hand alle Karten „außen“ als Päckchen nach vorn aus den Karten „innen“ heraus. Es bleiben Ihnen in der rechten Hand 26 schwarze, nach Kreuz und Pik geordnete Karten, und in der linken Hand halten Sie 26 rote, nach Herz und Karo geordnete Karten.

2.2 Vor aller Augen

Ein „klassisches“ Beispiel ist im „The Nikola Card System“ in J. Hugards Buch „Encyclopedia of Card Tricks“ (Faber, London 1961, S. 444) beschrieben:

Sie forcieren drei Zuschauern je eine Karte und verteilen dann das gemischte Spiel an jene drei Zuschauer. Eine „Feinheit“: Jeder Zuschauer erhält seine Karte zurück. Die Zuschauer halten die Karten wie beim Kartenspiel ausgefächert vor sich, so dass sie die Indices aller Karten gut erkennen können, und ordnen ihre Karten nach Farben und Werten. Sie rufen nun Karten auf (in der Reihenfolge ihres Systems!) und nehmen die Karten von den Zuschauern in Empfang.

Die drei forcierten Karten lassen Sie in Ihrem System aus, behalten sie bis zum Schlusseffekt. Verwenden Sie die oben beschriebene „Feinheit“, dann hält jeder Zuschauer zum Schluss eine Karte in der Hand, seine „gedachte Karte“!

Anmerkung:

Eine kurze Einführung in zwei Legesysteme finden Sie im Anhang dieses Buches (s. S. 85 ff,), und beachten Sie auch 11.2.3 (s. S. 94 ff.) und 11.2.5 (s. S. 96 f.).

Vorheriges Kapitel

Reinhard Müller stellt in der Einleitung einen kurzen Überblick und Wissenswertes zum gelegten Spiel vor.

Der Text stammt aus dem gleichnamigen Buch „Gelegte Spiele“, das in einer anderen Auflage im Atrioc Verlag herausgegeben wurde. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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